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Snooker ist ein Kugelspiel für zwei oder mehr Spieler, das mit Queues und 22 Bällen (Kugeln) auf einem 12-Fuß-Billardtisch mit sechs Taschen gespielt wird. Es ist vom Billard und anderen ähnlichen Spielen abgeleitet. Gespielt wird mit 15 roten und sechs andersfarbigen („die Farben“) Bällen sowie einem weißen Spielball. Im Vergleich zum Poolbillard ist Snooker geprägt durch einen sehr viel höheren technischen Schwierigkeitsgrad sowie eine stärkere Anforderung an die strategischen und taktischen Fähigkeiten der Spieler. Zusätzlich kann man beim Snooker im Vergleich zu den übrigen Billardvarianten noch stärker von einem „Gentleman-Sport“ sprechen, da beim Snooker in besonderem Maße auf Stil, Contenance und die Etikette der Spieler Wert gelegt wird. Vor allem in England und Schottland, wo viele der besten Spieler herkommen, hat Snooker einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert. Die bedeutendsten Turniere haben eine Dotierung von bis zu mehreren Millionen Euro und werden von den Fernsehanstalten BBC, Sky Digital und Eurosport live übertragen.


Snookerbälle

Die Kugeln beim Snooker werden Bälle genannt. Heutige Snookerbälle bestehen aus Kunstharz, frühere aus Knochen, manche auch aus Elfenbein. Der Durchmesser eines Snookerballs beträgt 52,5 mm, bei einem Gewicht von 142 Gramm. Es wird mit einem weißen Ball, auch „Cue Ball“ genannt, gespielt. Das ist auch der einzige Ball, der mit dem Queue (engl. Cue) direkt angespielt werden darf. Die roten, sowie die farbigen Bälle müssen versenkt werden.



Snookertisch

Der Snookertisch ist ein 12-Fuß-Tisch, d. h. er ist 12 Fuß lang und sechs Fuß breit und damit, wie bei allen Billardvarianten, doppelt so lang wie breit: die von den Banden umschlossene Spielfläche hat eine Größe von 3.569 mm x 1.778 mm, die Höhe des Spieltisches beträgt zwischen 851 mm und 876 mm. Er ist aber sehr schwer: bis zu 1.500 kg, was erhebliche statische Probleme bei der Aufstellung in einen normalen Haus bedeuten kann. Die durchgezogene Linie am Fuß des D (baulk line) ist 737 mm von der Fußbande entfernt. Das D hat einen Radius von 292 mm. Die Aufsetzmarke für die schwarze Kugel ist 324 mm von der Kopfbande entfernt. Die pinke Aufsetzmarke liegt genau in der Mitte zwischen der Aufsetzmarke von Blau (Mittelpunkt des Tisches) und der Kopfbande. Die Spielfläche und die Banden des Snookertischs sind mit einem in der Regel grünen feinen Kaschmirtuch überzogen, dessen Noppen von der Baulk-Line in Richtung Black-Spot gebürstet werden. Unter dem Tuch befindet sich eine meist mehrteilige Schieferplatte, wobei die Übergänge zwischen den Teilplatten durch Überschleifen geglättet werden müssen. An den Banden befinden sich Naturkautschukleisten unter dem Wolltuch, die das Zurückspringen der Bälle ermöglichen.


Billardqueue

Im Snooker verwendet man verjüngte Holzqueues, die sehr hart sind (oft aus Ahorn oder Esche). Das Queue muß mindestens 91 cm lang sein. Verjüngt bedeutet, dass das Queue am Griffstück dicker ist und zur Spitze hin dünner wird. Es wird in der Regel mit offener Brücke gespielt. Darunter versteht man, dass das Queue offen auf Daumen und Zeigefinger aufliegend geführt, also nicht vom Zeigefinger umschlossen wird, wie es häufig im Poolbillard der Fall ist. Die Pomeranze hat in der Regel einen Durchmesser von circa 8,5 bis 10,0 (10,5) mm, ist somit kleiner als die beim Poolbillard verwendete. Ein Queue kann entweder einteilig oder zweiteilig mit Schraubgewinde sein, das durch ein weiteres angeschraubtes Stück verlängert werden kann. Dies ist manchmal aufgrund der Größe des Tisches notwendig. Die meisten Weltklassespieler verwenden einteilige Queues, man sagt den zweiteiligen nach, sie hätten keine durchgehende "Seele". Einer der zurzeit weltbesten Spieler, Ronnie O'Sullivan verwendet übrigens ein zweiteiliges Queue, das 3/4 - 1/4 geteilt ist, ein Umbau seines bisher einteiligen Queues, um den Transport auf Reisen zu vereinfachen. Es gibt auch andere Arten, die 3/4-1/4 etc... geteilt sind. Profi-Queues sind ohnehin Spezialanfertigungen und Spitzenspieler spielen mit Ihrem Queue nach Möglichkeit ein Leben lang.

Billardkreide

Die meist grünfarbige Kreide, die beim Snooker verwendet wird, hat einen weit geringeren Fettgehalt als jene, die beim Poolbillard verwendet wird. Sie wird vor jedem Stoß auf die Pomeranze aufgetragen. Dadurch entsteht eine gesteigerte Haftung der Pomeranze an dem Spielball, damit dieser in eine Rotation versetzt werden kann. Diese Rotation ist wesentlich für das Positionsspiel, da der Spielball somit nach Auftreffen auf den gespielten Ball (Objektball) gelenkt werden kann, um für den nächsten Stoß eine günstige Ausgangsposition zu schaffen. Ein bekanntes Problem besteht darin, dass die Bälle aneinander kleben bleiben können und somit klettern. Schmutz und Kreidereste spielen bei diesem Phänomen eine große Rolle. Diese negative Eigenschaft macht sich besonders deutlich bemerkbar, wenn mit Effet gespielt wird, da der weiße Ball eine Zeit lang am farbigen Ball haftet, bevor er abprallt. Dadurch wird der Treffpunkt verschoben, wodurch das Ergebnis des Stoßes ungenau wird. Der Spielball verliert erheblich an Rotation und Geschwindigkeit. Dieses Phänomen wird im Snookerjargon als "Kick" bezeichnet.